Woher kommt medizinisches Cannabis?

Vom Anbau bis zur Apotheke: Die Lieferkette von medizinischem Cannabis in Deutschland — Herkunftsländer, Qualitätsstandards und der Weg zum Patienten.

Woher kommt Apotheken-Cannabis - Lieferkette

Die Herkunftsländer

Deutschland importiert den Großteil seines medizinischen Cannabis. Die wichtigsten Lieferländer:

🇨🇦 Kanada

Größter Exporteur. Unternehmen wie Tilray, Aurora und Canopy Growth liefern große Mengen. Indoor-Anbau mit hohen Qualitätsstandards. Bekannte Marken: Pedanios, Tilray.

🇳🇱 Niederlande

Bedrocan BV ist einer der ältesten medizinischen Cannabis-Produzenten Europas. Liefert standardisierte Sorten wie Bedrocan, Bedrobinol und Bediol. Gewächshausanbau.

🇵🇹 Portugal

Wachsender Produktionsstandort dank günstigem Klima und EU-Regelungen. Tilray betreibt eine große Anlage in Portugal. Gewächshaus- und Outdoor-Anbau.

🇩🇪 Deutschland

Seit 2020 lizenzierter Inlandsanbau über die Cannabisagentur (BfArM). Bisher nur drei lizenzierte Produzenten mit begrenzter Menge. Wird voraussichtlich ausgebaut.

Die Lieferkette im Detail

1

Anbau (GMP-zertifiziert)

Cannabis wird unter kontrollierten Bedingungen angebaut. Jede Anlage muss GMP-zertifiziert sein. Strenge Kontrollen bei Temperatur, Licht, Bewässerung und Schädlingsbekämpfung.

2

Ernte & Verarbeitung

Nach der Ernte werden die Blüten getrocknet, getrimmt und auf Cannabinoid-Gehalt, Terpene und Verunreinigungen getestet. Jede Charge erhält ein Analysezertifikat.

3

Import & Großhandel

Importeure wie Cansativa, Cannamedical oder Farmako bringen das Cannabis nach Deutschland. Sie benötigen eine Importlizenz und sind für die Einfuhrkontrolle verantwortlich.

4

Apotheke

Die Apotheke bezieht Cannabis vom Großhandel, lagert es fachgerecht und gibt es auf Rezept an Patienten ab. Eine nochmalige Identitätsprüfung ist vorgeschrieben.

Qualitätssicherung

Jeder Schritt der Lieferkette unterliegt strengen Qualitätskontrollen. Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) überwacht den Markt. Nur Cannabis, das alle Prüfungen besteht, darf in deutschen Apotheken abgegeben werden.

Häufig gestellte Fragen

Ja, seit 2020 baut die Cannabisagentur (BfArM) über lizenzierte Produzenten in Deutschland an. Die Mengen sind bisher gering — der Großteil wird importiert. Mit dem CanG 2024 wird der Inlandsanbau voraussichtlich ausgebaut.
Kanada und die Niederlande sind die größten Lieferanten. Zunehmend kommen auch Importe aus Portugal, Dänemark, Israel und Australien. Die Herkunft ist auf der Verpackung angegeben.
GMP (Good Manufacturing Practice) ist ein internationaler Qualitätsstandard. Nur GMP-zertifizierte Produzenten dürfen medizinisches Cannabis für den deutschen Markt herstellen. Die Zertifizierung wird regelmäßig überprüft.
⚕️ Hinweis: Medizinisches Cannabis ist in Deutschland verschreibungspflichtig (nur auf Rezept). Alle Angaben dienen der Information und ersetzen keine ärztliche Beratung.
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